Die spätrömische Epoche (70-324 n. Chr)

Jerusalem wurde durch die Römer im Sommer 70 n. Chr. völlig zerstört. Seine Bewohner wurden entweder getötet oder als Sklaven verkauft. Das besiegte Judäa wurde in eine einfache römische Provinz verwandelt. Der byzantinische Historiker des 5. Jh. n. Chr., Sozomenos von Gaza, verbindet die Umbenennung von Emmaus in Nikopolis („Stadt des Sieges“) mit dem Fall von Jerusalem: „Der Name von Nikopolis wurde diesem Ort durch die Römer nach der Eroberung von Jerusalem und dem Sieg über die Juden gegeben.“ (Sozomenos, „Kirchengeschichte“, Buch V, Kap. 21, PG LXVII; 180)

Auf Grund dieses Zitates, ordneten einige Autoren des 20. Jh., (indem sie F. de Saulcys „Numismatique de la Terre Sainte », Paris, 1874, S. 172-175, folgten, siehe hier), die Münzen des ersten und zweiten Jh. n.Chr. mit der Prägung von „Nikopolis“, Emmaus-Nikopolis zu. 


  Eine Münze in Nikopolis unter Mark Aurel geprägt (161-180)



Diese Münzen jedoch könnten in Nikopolis von Kleinarmenien (in Kleinasien) geprägt worden sein. Die meisten Historiker datieren die Umbenennung von Emmaus in „Nikopolis“ um das 3. Jh. n. Chr., indem sie dem größeren Teil der Autoren des byzantinischen Zeitalters folgen (Siehe Vincent & Abel, „Emmaus, sa Basilique, son histoire“, Paris , 1932, S. 322-323). Diese Meinung wird auch von der Tatsache bestätigt, dass Emmaus auf der geographischen Karte des römischen Zeitalters, der Peutingerschen Tafel (die die Situation des zweiten Jh. n. Chr. widerspiegelt) und der Karte des Ptolemäus (gezeichnet zwischen 87 und 150  n. Chr.), unter dem Namen „Amauante“ und „Emaunta“ erscheint (Siehe: M. Delcor, Peutinger (Table), Dictionnaire de la Bible, supp. VII, Paris, 1966, S. 1021-1022; I. Roll, „The Roman Road System in Judea“, Cathedra 1983, Jerusalem & Detroit, S. 136: I. Finkelstein, „Tabula Peutingeriana“, PEQ, 1978-79, S. 27-34).


Ein Fragment von der Ptolemäus-Karte (2. Jhr. n. Chr.), in der Emmaus unter dem Namen Emmaunta angezeigt wird.


Ein Fragment der Peutingerschen Tafel (eine Karte aus dem 2. Jhr. n. Chr.), in der Emmaus unter dem Namen Amauante angezeigt wird.


Eine Sammlung jüdischer Kommentare für das Gesetz „Mechilta de Rabbi Ischmael“ (Mechilta für das Buch Exodus), Traktat Bachodesch A, beschreibt die harte Situation für das jüdische Volk nach der Zerstörung Jerusalems und seines Tempels:

Einmal ging Rabbi Jochanan ben Sakkai hinauf nach Emmaus in Judäa (abhängig von den Manuskripten: (מאוס, מעון יהודה, מעים) und er sah ein Mädchen, die ein Gerstenkorn aus den Exkrementen eines Pferdes auflas. Da sagte Rabbi Jochanan ben Sakkai zu seinen Schülern: „Was für ein Mädchen ist das?“ Sie sagten zu ihm „Sie ist ein jüdisches Mädchen.“ „Und wem gehört dieses Pferd?“ „Einem arabischen Reiter“; antworteten ihm seine Schüler. Dann sagte Rabbi Jochanan ben Sakkai zu seinen Schülern: „Mein ganzes Leben lang habe ich diesen Vers gelesen und seine volle Bedeutung nicht erkannt: „Wenn du das nicht weißt, du schönste der Frauen“, etc. (Hohelied 1,8) – du wolltest Gott nicht untertan sein, siehe nun bist du dem niedrigsten aller Völker untertan… Du wolltest Gott nicht die Kopfsteuer zahlen, „einen Halb-Schekel für jede Person“ (Ex 38,26); nun zahlt ihr eine Kopfsteuer von fünfzehn Schekel unter einer Regierung eurer Feinde. Ihr wolltet die Straßen und Wege hinauf zum Tempel nicht wiederherstellen; jetzt müsst ihr die Posten und Stationen an der Straße zu den königlichen Städten wiederherstellen…“ (Mechilta d’Rabbi Ishmael, H.S. Horovitz, Ed. Jerusalem, 1970, S. 203)

Nach der Zerstörung des Tempels von Jerusalem, versammelte Jochanan ben Sakkai seine Schüler in Jawne, wo er eine Akademie gründete und das Judentum reformierte, so dass das Judentum ohne den Tempel fortbestehen konnte. Rabbi Jochanan ben Sakkai beendete sein Leben in dem Dorf Berur Chail, ca. 72 n. Chr. Die jüdische Überlieferung bewahrte die folgende Erzählung:

Fünf Schüler hatte Rabbi Jochanan ben Sakkai. Solange er lebte, saßen sie vor ihm; als er gestorben war, gingen sie nach Jawne. Rabbi Eleasar ben Arakh aber zog zu seinem Weibe nach Emmaus (אמאוס), einem Ort mit schönem Wasser und schönem Aufenthalt. Er wartete auf sie (seine ehemaligen Genossen), dass sie zu ihm kommen würden; aber sie kamen nicht. Da wollte er zu ihnen gehen, aber seine Frau ließ es nicht zu. Sie sprach: Wer bedarf wessen? Er antwortete ihr: Sie bedürfen meiner. Sie sprach: Der Schlauch (mit Eßwaren) und die Mäuse; wer pflegt zu wem zu gehen? Die Mäuse zum Schlauch oder der Schlauch zu den Mäusen? Er hörte auf sie und blieb dort, bis er sein Erlerntes vergessen hatte … (Midrasch Rabba zum Buch Kohelet 7,7; Strack & Billerbeck, „Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud &  Midrasch“, München, 1924, 1989, Bd. II, S. 270).

Dieselbe Geschichte wird in der Sammlung jüdischer Legende, „Awot de Rabbi Nathan“ (B), Kap. 29 erwähnt:

Als die Schüler von Rabban Jochanan ben Sakkai schieden, sagte er (Rabbi Eleasar ben Arakh): Ich werde nach einem schönen Ort mit schönem Wasser (Heilquellen) gehen, und sie (die übrigen) sagten: Wir werden nach Jawne gehen, nach (dem Ort zahlreicher Gelehrtenschüler, die die Tora liebhaben. Er, der nach Emmaus ging (מאוס), dem schönen Ort mit dem schönen lieblichen Wasser, dessen Name wurde klein in der Tora; sie, die nach Jawne gingen, nach dem Ort zahlreicher Gelehrtenschüler, die die Tora liebhatten, deren Name wurde groß in der Tora.

 („Awot de-Rabbi Nathan B“, Strack & Billerbeck, op. cit., Bd. II, S. 270, ספר הישוב, עורך ש' קליין, ירושלים, תרצ"ט, Bd.1, S.5)



Die ersten römischen Bäder wurden in Emmaus wahrscheinlich im ersten Jh. n. Chr. gebaut, wegen der römischen Garnison, die hier stationiert war. In einer parallelen Version (Version A) des oben erwähnten Textes, „Awot de Rabbi Nathan“ Version B, Kap. 29, erscheint statt des Wortes „Emmaus“, „demosit“, was auf Griechisch „öffentliche Bäder“ heißt.

Das römische Badehaus in Emmaus (3. Jhr. n. Chr.)


(Emmaus von Rabbi Eleasar ben Arakh wurde zum Objekt einer Debatte: einige glauben, dass es der Ort der heißen Quelle nahe von Tiberias ist, der in der antiken jüdischen Literatur auch  als Chammat und Emmaus bekannt ist (siehe Vincent & Abel, op.,  cit., S. 280-284).


Das Ereignis, welches in der Mischna, Traktat „Keritot“, 3.7 erwähnt ist, gehört auch ans Ende des ersten Jh.:

Rabbi Akiba sagte: Ich fragte Rabban Gamliel und Rabbi Jehosua auf dem Fleischmarkte zu Emmaus (אמאוס, in den Paralleltexten im Talmud, abhängig von den Manuskripten: אימאום ,עימאוס ,מימוס ,אימאוס ,אימעום ,מעאוס , אימוס ,עימאום עימעיס ,עימאום), wo sie gegangen waren, ein Vieh für das Hochzeitsmahl des Sohnes Rabban Gamliels zu kaufen... (Der babylonische Talmud, Frankfurt am Main, 1967, 1996, Bd. XII, S. 181, siehe auch: Strack & Billerbeck, op. cit., Bd. II, S. 270, Vincent & Abel, op. cit., Paris, 1932, S. 408;  ספר הישוב, op. cit., S. 5)


Rabbi Akiba


Die Hinweise auf Emmaus in der rabbinischen Literatur zeigen, dass die jüdische Überlieferung in der ganzen Geschichte in Judäa nur einen Ort mit solch einem Namen kennt.


129 n. Chr. wurden Nikopolis (Emmaus) und Cäsaräa durch ein Erdbeben zerstört (Hl. Hieronymus, „Chronik“, PL XXVII; 618).


132-135 n. Chr., brach, unter Kaiser Hadrian, eine neue jüdische Revolte gegen die Römer (geführt von Bar Kochba) aus, als Folge des Beschneidungsverbotes und des Baues einer heidnischen Stadt von Aelia Capitolina am Standort von Jerusalem.

Während dieses Aufstandes wurde Emmaus zum Zentrum des jüdischen Widerstands gegen die Besatzung. Auf dem Al-Aqed Hügel (im „Kanada“ Park, nahe von Emmaus), wurden Pfeilspitzen, die den jüdischen Rebellen gehörten, in einem System von Höhlen und Grotten gefunden. 

Hadrian

 Belüftungsöffnung, die zum System der Grotten auf dem Al-Aqed Hügel gehört  ( „Kanada“ Park )








Im folgenden Text vom „Midrasch Rabba“ zum Buch der Klagelieder (1, 45) wird von der Vernichtung der jüdischen Bevölkerung nach der Niederwerfung der Bar Kochba Revolte gesprochen:

Hadrian, der Verfluchte, stellte drei Garnisonen auf, eine in Chamta (חמתא), eine zweite in Kefar Lekatia, und eine dritte in Betlehem von Judäa. Er sagte, wer auch immer versucht, von einem dieser Orte zu entfliehen, wird an einem anderen gefangen genommen und umgekehrt… (ספר הישוב, op. cit., S. 47).

(Wir können aus diesem Text ersehen, dass Emmaus unter den Juden seinen nicht hellenisierten Namen, „Chamta“, „Heiße Quelle“, weitertrug, siehe auch Midrasch Zuta zum Hohelied, 6, 8, (siehe oben, die Epoche des Alten Testamentes). 

Die Tatsache der Präsenz einer militärischen Garnison in Emmaus von 132-135 n.Chr. wird durch einen Stein, der mit folgender Inschrift gefunden wurde, bestätigt: „Cohors VI Ulpia Petraeorum“, „Sechste Ulpische Kohorte aus Petra“ (aus der Sammlung des Klosters von Latrun). Über diese Inschrift siehe mehr: Vincent & Abel, op. cit., S. 324-325, 427; Abel, RB 1924, „Amouas“.



Aus der Sicht der Archäologie, wird das jüdische Dorf von Emmaus durch zahlreiche Gräber, in Form von Grotten, mit in den Stein gehauenen Nischen für die Leichen („Kuchim“), die in dem Gebiet entdeckt wurden, repräsentiert. Die Eingänge zu den Gräbern wurden mit großen runden Steinen verschlossen. Innerhalb der Gräber entdeckte man Ossuarien und Graburnen. Nach der jüdischen Überlieferung, die vom ersten Jh.. v. Chr. bis ins erste Jh. n. Chr. bestand, wurden die Knochen, ein Jahr nach dem Tode, in Vorausschau auf die Auferstehung der Verstorbenen,  in diese Urnen gelegt. Manchmal waren diese Ossuarien mit Schnitzereien verziert. Zum Beispiel: ein großes Ossuarium, welches sich in der Sammlung des Klosters von Latrun befindet, ist mit zwei Palmen verziert, die Symbole des ewigen Lebens sind.






Für alle Erwähnungen von Emmaus in der antiken rabbinischen Literatur siehe:

Strack und Billerbeck, op. cit., Bd.. II, S. 270, ספר הישוב, op. cit., Bd.. 1, S. 5-6 und 47-48, als auch: K.H. Fleckenstein, M. Louhivuori, R. Riesner, „Emmaus in Judäa“, Basel, 2003, S. 40-86.

Nach der Niederwerfung des Aufstandes von 135 n. Chr., ließen sich die Samaritaner und Römer in Emmaus nieder. Was die archäologischen und geschriebenen Zeugnisse über samaritanische Präsenz in Emmaus während der römischen und der byzantinischen Epochen betrifft, siehe unter die byzantinische Epoche.

220-230 n. Chr. lebte und wirkte Julius Africanus, ein Christ römischen Ursprungs, ein Gelehrter und Schriftsteller und früherer Offizier der römischen Armee, in Emmaus. Offensichtlich war Julius Africanus kein isolierter Christ, sondern es existierte schon eine christliche Gemeinde in Emmaus.

← Julius Africanus





Nach den byzantinischen Historikern führte Julius Africanus eine Gesandtschaft von Einwohnern von Emmaus zum römischen Kaiser Elagabal und bat ihn, diesem Dorf den Status einer Stadt („polis“) zu verleihen. Dieser Bitte wurde stattgegeben, und Emmaus wurde in „Nikopolis“ („Stadt des Sieges“) umbenannt:


← Elagabal

In Palästina wurde Nikopolis, früher Emmaus genannt,  dank der Deputation, die Julius Africanus, der Schriftsteller der ‚Chronik‘, zu diesem Zweck unternommen hat, als Stadt begründet. (Eusebius von Cäsaräa, Chronik, 250 Olympiade (Ereignisse von 221 n. Chr.), der Text von 325 n. Chr.; Vincent & Abel, op. cit., S. 411).

Julius Africanus, dessen fünf Bände der Chronik noch bestanden, unter der Regierung von Mark Aurel Antonius (Elagabal), der Macrinus folgte, erhielt einen Auftrag, die Stadt von Emmaus wiederaufzubauen, die später „Nikopolis“ genannt wurde… (Hl. Hieronymus, „Von berühmten Männern“, Kap. 63, der Text von 393 n. Chr.; PL XXIII, 673)

„In seinem Brief an Aristides, schrieb Africanus blendend über die offensichtliche Diskrepanz in der Genealogie in Bezug auf die Generationen, die bei den Evangelisten Matthäus und Lukas zu finden sind. Africanus war von Emmaus, einem Dorf in Palästina, zu dem Kleopas und sein Gefährte gegangen waren, und das später den Namen „Nikopolis“ trug, nachdem es, zur Zeit der Deputation des Africanus, das Recht bekam eine Stadt zu sein. (Philipp von Side, der Text von 430 n. Chr.; Vincent & Abel, op. cit., S. 413)

Julius Africanus  stellte die Stadt wieder her und verschönerte sie. Zu jener Zeit wurde hier wahrscheinlich die erste Kirche erbaut. Nach späteren Quellen, war Africanus der Statthalter von Nikopolis oder sogar ihr Bischof: Nikopolis, früher Emmaus, wurde zum Rang einer Stadt erhoben, in der Folge der Deputation in dieser Hinsicht durch ihren Statthalter Julius Africanus, der die Chroniken schrieb. („Chronicon Pascale“, 223. Olympiade, eine 7. Jh.  Byzantinische Chronik, PG XCII, 657)

Africanus der Selige, Bischof von Emmaus, schrieb einen Kommentar zum Neuen Testament und ein Chronicon. (Abd Jeschua, Metropolit von Nisibis und Armenien, „Index von biblischen und ekklesiastischen Schriften“ Teil 3, der Text von 1298 n. Chr.; veröffentlicht auf Internet).

Im Gebiet von Emmaus wurden reiche archäologische Objekte der römischen Stadt von Nikopolis gefunden. In einer geringen Entfernung nördlich der byzantinischen Basilika wurde 1978 das Gebäude der römischen Thermen, aus dem dritten Jh. nach Chr. von den Archäologen der Universität von Tel Aviv ausgegraben (Siehe: M. Gichon, „Roman Bath-houses in Erez-Israel“, Qadmoniot 11, 1978, S.37-53). Auf dem Gebiet der byzantinischen Kirche und in dem benachbarten „Kanada“ Park, wurden zahlreiche Gräber sowie Öl- und Weinpressen aus der römischen Epoche entdeckt. 1975, wurde im „Kanada“ Park das Wasserversorgungssystem von Nikopolis entdeckt, einschließlich zweier Aquaedukte aus dem 3.-5. Jh. n. Chr. (Siehe, Y. Hirschfeld, „A Hydraulic Installation in the Water-Supply System of Emmaus-Nicopolis“, IEJ 1978, S. 86-92). 


Ein römisches Grab in Emmaus (Kanada Park)





Ein römisch-byzantinisches Aquädukt in Emmaus (Kanada Park)






Eine Inschrift, die in Emmaus gefunden wurde, die den Namen des Kaisers Elagabal erwähnt und die im Kloster von Latrun aufbewahrt wird, kann ins dritte Jh. n. Chr. datiert werden. (Siehe Vincent & Abel, op. cit., S. 258 und 429, Zeichnung 109).



Griechische Inschrift von Emmaus: „Unter Kaiser Antoninus ...“ (?) 

(Latrun Abtei Sammlung)











Es gibt verschiedene Arten von Münzen, die in Emmaus–Nikopolis mit dem Abbild des Kaisers Elagabal geprägt wurden, die der Wissenschaft bekannt sind (de Saulcy, „Numismatique de la Terre Sainte“, Paris, 1874, S. 175 (Siehe hier); Hill G. F., „Catalogue of the Greek Coins of Palestine“, London, 1914, S. 170; Hamburger L. „Die beiden Palästinensischen Münzstätten Nikopolis Emmaus“, Frankfurt, S. 8).  


Auf der Rückseite dieser Münze, wird Jupiter von Heliopolis dargestellt, was uns zeigt, dass der Kult dieses Gottes in Nikopolis existierte und von den Römern hierher gebracht wurde.  (siehe: Emmanuel Friedheim, Quelques remarques sur l’introduction du culte de Jupiter Héliopolitain à Emmaüs-Nicopolis à l’époque romaine“, RB 2002 - Bd. 109-1, p.101-108).






Auf der Rückseite dieser Münze gibt es einen Adler mit ausgebreiteten Flügeln innerhalb eines Kranzes unter der Inschrift: NEI / KOΠO / ΛIC   (Nikopolis)








Auf der Rückseite dieser Münze wird die Stadtgöttin (Nike) in einem Vier-Säulen-Tempel mit einem gewölbten Sturz dargestellt. Sie platziert ihren rechten Fuß auf einem unbekannten Objekt und hält eine kleine Büste (?) und ein Zepter in den Händen.







Römische Meilensteine auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus. Die Inschrift erwähnt Kaiser Maximinus, der während 235-238 AD regierte (zu finden in der Nähe der Sha'ar Ha-gai-Kreuzung).











Während der Ausgrabungen um die byzantinische Kirche von Emmaus wurden viele Objekte aus der römischen Epoche gefunden: Münzen, Glas, Keramik-Öllampen, und Juwelen. Siehe: K.H. Fleckenstein, M. Louhivuori, R. Riesner, „Emmaus in Judäa“, Basel, 2003).







Objekte aus der römischen Epoche, in Emmaus gefunden



Die Tatsache, dass Nikopolis von ältester Zeit an von Christen als das Emmaus des Neuen Testamentes verehrt wurde, wird von Manuskripten des Lukasevangeliums von hoher Qualität bestätigt, die die Entfernung zwischen Emmaus und Jerusalem mit ungefähr einhundert und sechzig Stadien (30 km) angeben (siehe Die frührömische Epoche und Frage #2).

Ein anderer Hinweis auf die alte Verehrung von Emmaus–Nikopolis als dem Emmaus des Neuen Testamentes, ist das „Onomastikon“ des Eusebius, Bischofs von Cäsaräa, ein wahres geographisches Diktionär der Bibel, das zwischen 295-325 n. Chr. geschrieben wurde (über die Datierung des „Onomastikons“ siehe T.D Barnes, „The Composition of Eusebius‘ Onomasticon“, JThS 26 (1975), s. 412-415; Greville Freeman-Grenville, „Foreword“ zum „The Onomasticon“, veröffentlicht von „Carta“, Jerusalem, 2001).



     Eusebius

In der Folge steht, was über Emmaus darin ausgesagt wird (90: 15-17):

„Emmaus, woher Kleopas aus dem Lukasevangelium kam. Dasselbe ist jetzt Nikopolis, eine berühmte Stadt von Palästina.“

Wenn er über andere Städte und Dörfer des Heiligen Landes spricht, bezeichnet Eusebius ihre Lage relativ zu Nikopolis, also gibt es keinen Zweifel über die Position von Emmaus:

„Ailon (Josua 19,43). Eine Stadt des Anteils Dans, aufgespart für die Leviten. Das Dorf ist Alous nahe von Nikopolis …

Bet-Choron (Josua 10,10). Dorthin verfolgte Josua die Könige. Es fiel auf die Söhne von Joseph, das ist Ephraim. Und da sind zwei Dörfer, ungefähr zwölf Meilen von Jerusalem auf dem Weg nach Nikopolis. Eines wird das obere Bet-Choron genannt, wo Salomon gelebt hat, das für die Leviten aufgespart ist …

Beerot (Josua 9, 17; 18,25). Unter Gibeon. Es ist nun ein Dorf nahe von Aelia sieben Meilensteine weg auf dem Weg nach Nikopolis.

Bethsames (Richter 1, 33). Eine priesterliche Stadt des Stammes von Benjamin, und sogar jetzt liegt es zehn Meilensteine von Eleutheropolis östlich von Nikopolis …

Geser (Josua, 10, 33) Anteil Ephraims, aufgespart für die Leviten. Und Josua belagerte es, und tötete seinen König. Salomon baute auch hier. Es wird nun Gasara genannt, ein Dorf von Nikopolis vier Meilensteine von ihm weg nach Norden …

Eschtaol (Josua 19, 41). Ein Anteil Dans, wo Samson starb. Sogar jetzt ist es zehn Meilenstein von Eleutheropolis nördlich auf dem Weg nach Nikopolis …

Zora (Josua 15, 33). Ein Dorf innerhalb der Grenze von Eleutheropolis nordwärts, ungefähr zehn Meilensteine auf dem Weg nach Nikopolis …“

(„Onomastikon“ von Eusebius von Cäsaräa, G.S.P. Freeman-Grenville, Übers., Jerusalem, 2003, siehe auch: Vincent & Abel, op. cit. S. 412. Siehe auch Frage #6).


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