Jesus geht mit uns auf dem Weg und wir können ihm Gastfreundschaft gewähren:

 

Hl. Augustinus, Predigt 239, Anfang 5. Jh. n. Chr.

Gastfreundschaft wird Ihm auf Erden gewährt, der für uns einen Platz im Himmel vorbereitet, denn im Evangelium des Johannes sagt Er: ‘Im Hause Meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, einen Platz für euch vorzubereiten. Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme Ich wieder und werde euch zu Mir holen.‘ Der Herr des Himmels wollte ein Gast auf Erden sein; Er, durch Den die Welt geschaffen worden ist, wollte ein Wanderer in der Welt sein; Er geruhte ein Gast zu sein, damit du Segen erhältst, indem du Ihn aufnimmst. Wenn Er ein Haus als Gast betrat, war es nicht, weil Er ein Obdach brauchte.

 

Julien von Vezelay, Predigt 16, 12. Jh. n. Chr.

„Ich war ein Fremder, und ihr habt mich aufgenommen.“ Der Gerechte ist gastfreundlich … Warum deine Stirne runzeln, deine Brauen verziehen und deine Nase rümpfen und unentwegt auf den Boden starren? Lass auf deinem Gesicht und in deinem Herzen stattdessen ein Lächeln sein, wissend, dass „Gott einen fröhlichen Geber liebt“ (2 Kor. 9, 7) und erinnere dich daran, dass Kleopas Ihn dazu drängte einzutreten, Der dabei war, Seinen Weg wieder aufzunehmen.

 

Guillaume von Bourges, Buch der Kriege des Herrn, Kap. 23, geschrieben ca. 1235.

Jeremia prophezeite die Reise des Herrn nach Emmaus: „Lecha chatanu mikwe Israel“, was heißt: Gegen dich haben wir gesündigt, Israels Hoffnung, unser Retter zur Zeit der Not. Warum bist du, Gott auf der Erde, wie ein Wanderer, der nur über Nacht einkehrt? (Jer 14,7.-8). Die Prophezeiung erfüllte sich, als die Jünger zum Herrn sagten: „Bleib doch bei uns; denn es wird bald Abend, der Tag hat sich schon geneigt“ (Lk 24,29): Und David in der Person Christi: „Entfremdet bin ich den eigenen Brüdern, den Söhnen meiner Mutter wurde ich fremd.“ (Ps 69, 9) Und wieder: „Schweig nicht zu meinen Tränen. Denn ich bin nur ein Gast bei dir, ein Fremdling wie all meine Väter“ (Ps 39, 13). Und wieder: „Ich bin nur Gast auf Erden … (Ps 119, 9).“

 

François Mauriac, Das Leben Jesu, Kap. 27 (geschrieben 1936)

Wer findet nicht in der Herberge von Emmaus eine vertraute Bleibe? Wer ist nicht eines Abends diesen Weg entlang gegangen, als alles verloren schien? Christus ist in uns gestorben. Sie haben Ihn von uns genommen: die Welt, die Philosophen und Gelehrten, unsere Leidenschaft. Es gab für uns keinen Jesus mehr auf der Erde. Wir folgten einem Weg, und jemand ging an unserer Seite. Wir waren allein und waren nicht allein. Es ist Abend. Da ist eine offene Tür, das Dunkel eines Zimmers, wo die Feuerstelle Licht auf den Lehmboden wirft und die Schatten bewegt. O gebrochenes Brot! O Brechen des Brotes, das trotz so vielen Elends vollzogen wird!