Emmaus-Nikopolis

Emmaus im 20.-21. Jahrhundert

1924-1930

Die Dominikanerpatres L.-H. Vincent und F.-M. Abel von der französischen École Biblique de Jérusalem graben die beiden Basiliken von Emmaus aus. Keramikfragmente, die bei dieser Ausgrabung gefunden wurden, zeugen davon, dass die Stätte bereits während der Hasmonäischen und der Herodianischen Zeit besiedelt war. Vincent und Abel stellen die Theorie einer römischen Villa auf, die an Ort und Stelle vor den beiden Basiliken existierte. (Vincent & Abel, Emmaüs, Paris, 1932, S. 169, 172 ff, siehe hier).


1930-1931

Das heutige Haus mit Zinnen wird auf dem Hügel oberhalb der Ruinen von den Patres von Betharram, den Kaplänen des Karmels von Bethlehem, erbaut.

Die 1940er Jahre

Während des Zweiten Weltkriegs sind polnische Soldaten der Unabhängigen Karpaten-Schützenbrigade in Emmaus und Latrun stationiert, siehe hier.

1948-1967

Nach dem israelischen Unabhängigkeitskrieg findet sich Emmaus in der entmilitarisierten Zone zwischen Jordanien und Israel wieder. Eine UN-Vertretung hält sich im Haus oberhalb der Ruinen.

1967

Das Dorf Amwas wird in den Auswirkungen des Sechstagekrieges zerstört.

1970-1973

Der holländische christliche Verein Near East Ministry mietet das Haus oberhalb der Ruinen.


1970er bis 1980er Jahre

Mehrere archäologische Kampagnen werden von den israelischen Forschern Yizhar Hirschfeld und Mordechai Gichon im Gebiet des Canada Park, des El-Aqed-Hügels und des römischen Badehauses in Emmaus durchgeführt (M. Gichon, The Bath-house at Emmaus, BAIAS 1986-1987, siehe hier; Y. Hirschfeld, The Aqueducts of Emmaus-Nicopolis, 2002, siehe hier).


1980-1993

Das Haus oberhalb der Ruinen wird vom französischen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) gemietet .

Dezember 1993

Die katholische Gemeinschaft der Seligpreisungen mietet das Haus oberhalb der Ruinen.


1993

Der Verein Freunde von Emmaus-Nikopolis wird auf Initiative von Karl-Heinz und Louisa Fleckenstein, den Koordinatoren des Emmaus-Ausgrabungsprojekts, gegründet.

1994-2005

Archäologische Ausgrabungen werden in Emmaus unter der Leitung des finnischen Archäologen Mikko Louhivuori (Israelische Altertumsbehörde) und des Franziskanerpaters Michele Picirillo durchgeführt. Die zum Kirchenkomplex gehörenden Gebäude, zahlreiche Mosaike, antike Gräberfeld und Steinbruch werden entdeckt (K.-H. Fleckenstein, M. Louhivuori, R. Riesner, Emmaus in Judäa, Basel, 2003, p.212-310, siehe hier; K.-H. & Louisa Fleckenstein, Emmaus-Nicopolis Ausgrabungen 2001-2005, Novum publishing, 2010, siehe hier).


2012 und folgende Jahre

Neue archäologische Kampagnen werden von israelischen Forschern am El-Aqed-Hügel durchgeführt, siehe hier.

Kardinal Ratzinger feiert

die Heilige Messe

in Emmaus-Nikopolis,

Ostermontag, 20. April 1992