Emmaus-Nikopolis

Byzantinische Epoche (324-637 n. Chr.)

Während der byzantinischen Epoche wurde in Emmaus-Nikopolis allmählich ein großer Kirchenkomplex gebaut. Er wurde über dem Haus von Kleopas errichtet, das von den Christen als der Ort des Brotbrechens durch den auferstandenen Christus verehrt wurde. Dieser Kirchenkomplex bestand aus zwei Basiliken und einem Baptisterium (der Komplex wurde während der archäologischen Ausgrabungen Ende 19. und Anfang des 20. Jh. freigelegt, siehe: Die Wiederentdeckung von Emmaus). Emmaus-Nikopolis war eine große Stadt, ein regionaler Mittelpunkt und ein Bischofssitz. Zum ersten Mal wurde der Name eines Bischofs von Nikopolis, Petrus, 325 n. Chr. in der Liste der Väter des Konzils von Nicäa genannt. Der zweite Bischof der Stadt, der uns bekannt ist, Rufus, war auf dem Konzil von Konstantinopel 381 vertreten. Der dritte, Zenobius, unterschrieb 536 ein Dekret der Synode von Jerusalem (Siehe: H. Gelzer, Herausg., Patrum Nicaenorum nomina, Leipzig, 1898, S. 123 (siehe hier) ; M. Le Quien, Oriens Christianus, Paris, 1740, Band III, 594. siehe hier).


Carousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel image

Byzantinische Basilika von Emmaus-Nikopolis (aus dem 5.-7. Jhr.)

durch Kreuzfahrer im 12. Jhr wiedererrichtet

Der Mosaikplan des Heiligen Landes, der auf das 6. Jh. n. Chr. zurückgeht und in der Stadt Madaba in Jordanien entdeckt wurde, bildet Nikopolis als eine große Stadt ab, in seiner Größe vergleichbar mit Lod (Diospolis) und Jabneel (Jamnia), siehe: N. Duval, Essai sur la signification des vignettes topographiques, in: The Madaba Map Centenary, M. Picirillo, E. Alliata, Hrsg., Jerusalem, 1999, S. 139-140, siehe hier.

Ein stilisiertes Bild der Basilika von Nikopolis erscheint auch auf dem Mosaikboden des 8. Jh. in Ma’in nahe Madaba. (De Vaux, Une mosaïque byzantine à Ma’in, Revue Biblique, 1938, S. 244-245, siehe hier).

Emmaus lag au dem Pilgerweg vom Hafen Jaffa (Joppe) nach Jerusalem. Während dieser ganzen Epoche war Nikopolis der einzige Ort im Heiligen Land, der als das Emmaus des Neuen Testamentes verehrt wurde, in Fortführung der Überlieferung, die schon während des römischen Zeitalters bestand. Nikopolis wurde als Emmaus identifiziert, das im ersten Buch der Makkabäer Kapitel 3-4 genannt ist (der Ort der Schlacht der Makkabäer mit dem syrischen Heer) und als das Emmaus des Evangeliums nach Lukas. Dies wird in den folgenden Texten illustriert:

Frage: Wie konnte Johannes sagen, dass Christus sich selbst am Sonntag abends allen seinen Jüngern zeigte, außer dem Thomas (Joh 20, 19-24), während Lukas sagte, dass er nur dem Petrus erschienen sei, als Kleopas und sein Gefährte am Abend jenes selben Tages nach Jerusalem kamen, nachdem sie den Herrn in Emmaus gesehen hatten (Lk 24, 33-34)? Lösung: Nach den (heiligen) Frauen, ist es Petrus, dem Christus zuerst erschien, dann den Aposteln, nachdem, was Paulus sagt: „Er wurde von Kephas gesehen, dann von den Zwölf“ (1 Kor 15,5), ohne den Thomas zu zählen, der abwesend war, wohl aber Matthias und Justus (Apostelgeschichte 1, 22-23). Folglich erschien Christus dem Petrus, während Kleopas und sein Gefährte [noch] auf dem Weg zurück von Emmaus waren. Als sie von Emmaus zurückgekommen waren und den Aposteln erzählt hatten, wie sie ihn am Brotbrechen erkannt hatten, dann zeigte sich Christus allen von ihnen auf dem Zion, wie Lukas es bestätigt (Lk 24, 35-36). Man muss nicht erstaunt darüber sein, wenn sie am selben Tag von Jerusalem nach Emmaus und von Emmaus nach Jerusalem gingen. Es ist nicht geschrieben, dass es Abend war, als sie sich Emmaus näherten, sondern dass es gegen Abend war (Lk 24, 29) und dass der Tag sich neigte, z. B.: während der achten oder der neunten Stunde [ 2h oder 3h nachmittags]. Von der siebenten Stunde an [1h nachmittags] scheint sich die Sonne gegen Westen zu neigen. Dazu beschleunigte die Freude, das Wunder kundzutun, ihre Reise und noch dazu kamen sie sehr spät an. Wir haben in der Tat die Gewohnheit, die Zeit, die sich bis zu einer späten Stunde in die Nacht ausdehnt, als Abend [ὀψίας; siehe Joh 20, 19] zu bezeichnen. Da noch erschien Christus ihnen zusammen mit den anderen.

Hesychios von Jerusalem, Quaestiones, difficultas 57. Text vom Anfang des 5. Jh., PG XCIII, 1444, unsere Übersetzung, siehe den Originaltext hier.

Der Text des Hesychios setzt eine bedeutende Entfernung zwischen Jerusalem und Emmaus voraus, die zwei Mal am Tag zu bewältigen nicht leicht ist. Die Jünger verließen Emmaus vielleicht ungefähr um 3h nachmittags und kamen sehr spät nach Jerusalem (10h-11h abends?). Ihre Reise dauerte also 6 bis 8 Stunden, was einer Entfernung von annähernd 30 km entspricht.

„Sie erhoben sich im selben Moment und kehrten nach Jerusalem zurück“ und so weiter: das bedeutet, dass sie in demselben Moment umkehrten , als ihr Meister, Christus, entschwand und sie ihn nicht mehr sahen. Es war nicht zu dieser Stunde, dass sie die Elf versammelt vorfanden, und dass sie ihnen die Nachricht vom Herrn Jesus gaben, sondern es war nach einigen Stunden, die man brauchte, um einhundert und sechzig Stadien zu Fuß zu bewältigen. Während dieser Stunden erschien der Meister dem Simon; „und sie erzählten was ihnen auf dem Weg geschehen war“ …

Hl. Kyrill von Alexandria, Kommentar zum Evangelium des Lukas, Kapitel 24. Text vom 5. Jh., zitiert in: J. A. Cramer, Catenae Graecorum Patrum, Oxford, 1844, Band 2, S. 172, siehe hier, unsere Übersetzung; siehe auch: Vincent & Abel, Emmaüs; Paris, 1932, S. 411, Fußnote 2, siehe hier.

„Und er antwortete ihm: Zweitausenddreihundert Abende und Morgen wird es dauern; dann wird das Heiligtum wieder gereinigt.“ Wenn wir das Buch der Makkabäer und die Geschichte des Josephus lesen, werden wir dort berichtet finden, dass im einhundertdreiundvierzigsten Jahr nach Seleukos, der als erstes nach dem Tod des Alexander in Syrien regierte, Antiochos Jerusalem betrat, und nachdem er eine allgemeine Verheerung angerichtet hatte, kam er im dritten Jahr wieder zurück und stellte im Tempel die Statue des Jupiter auf. Bis zu der Zeit von Judas dem Makkabäer, das ist bis zu dem einhundertachten Jahr, lag Jerusalem über einen Zeitraum von sechs Jahren brach, und während drei dieser Jahre lag der Tempel entweiht; was eine Summe von zweitausenddreihundert Tagen ausmacht und noch dazu drei Monaten. Am Ende dieser Zeit wurde der Tempel gereinigt. [...] Die meisten unserer Kommentatoren beziehen diese Stelle auf den Antichrist und glauben, dass, was unter dem Antiochos geschah, nur ein Typus war, der sich unter dem Antichrist erfüllen wird. Und was die Feststellung, „Das Heiligtum wird wieder gereinigt“ betrifft, das bezieht sich auf die Zeit des Judas des Makkabäers, der aus dem Dorfe Modin kam und dem durch die Mühen seiner Brüder und Verwandten und vieler Leute des jüdischen Volkes geholfen wurde und der so die Generäle des Antiochus nicht weit von Emmaus, das jetzt Nikopolis genannt wird, [besiegte].

Hl. Hieronymus, Kommentar zum Buch Daniel, Kap. 8, Vers 14. Text von ca. 407 n. Chr., PL XXV, 537, unsere Übersetzung, siehe den Originaltext hier.

„Und Nachrichten vom Osten und vom Norden sollen ihn beunruhigen. Und er wird dorthin mit einem großen Heer kommen, um viel zu zerstören und zu erschlagen. Und er wird sein Zelt in Apedno zwischen zwei Meeren aufschlagen, auf dem berühmten und heiligen Berg; und er wird sogar seinen Gipfel erreichen, und niemand wird ihm helfen.“ Diejenigen, die unserer Meinung sind […] erklären das letzte Kapitel dieser Vision als auf den Antichrist bezogen, und stellen dies während des Krieges gegen die Ägypter, die Libyer und Äthiopier fest, in denen er drei der zehn Hörner zermalmen wird; er wird hören, dass Krieg gegen ihn in den Gebieten von Nord und Ost geschürt worden ist. Dann wird er mit einem großen Heer kommen und viele Menschen erschlagen und wird sein Zelt in Apedno, nahe von Nikopolis, welches früher Emmaus genannt wurde, am Beginn der hügeligen Region von Judäa aufschlagen. Schließlich wird er sich seinen Weg von dort zum Ölberg bahnen und zum Gebiet von Jerusalem hinaufsteigen; und das ist es, was die Schrift hier meint: „Und als er sein Zelt aufgestellt hatte […] an den Hügeln der bergigen Provinz zwischen zwei Meeren.“ Diese sind natürlich, was wir heute als das Tote Meer bezeichnen, im Osten und das große Meer, an dessen Küste Caesarea, Jafo, Aschkelon und Gaza liegen. Dann wird er zum Gipfel der bergigen Provinz oder der Spitze des Ölberges hinaufkommen. [...] Und niemand wird dem Antichrist beistehen, wenn der Herr seinen Zorn an ihm auslässt.

Hl. Hieronymus, Kommentar zum Buch Daniel, Kap. 11, Verse 44-45, PL XXV; 574, unsere Übersetzung, siehe den Originaltext hier.

Der erste Reisende, der in der byzantinischen Epoche seinen Besuch von Nikopolis erwähnt, ist der anonyme Pilger von Bordeaux von 333 n. Chr.:

Von Jerusalem wie folgt:

Stadt Nikopolis- Meilen XXII.

Stadt Lydda – Meilen X.

Postwechsel in Antipatris – Meilen X.

Postwechsel in Betthar – Meilen X.

Stadt Caesarea – Meilen XVI. [...]

Durch Nikopolis nach Caesarea – Meilen LXXIII

Itinerarium a Burdigala Hierusalem, Text vom 4. Jh., unsere Übersetzung, siehe den Originaltext hier: Vetera romanorum itineraria cum Itinerarium Hierosolymitanum, Petrus Wesselingius, Hrsg., Amsterdami, 1735


Die beim Pilger von Bordeaux angegebenen Entfernungen bedürfen einer Korrektur: die gesamte Entfernung von Jerusalem nach Caesarea - 73 Meilen - entspricht nicht der Summe der angegebenen Distanzen zwischen den Städten: nämlich 68 Meilen. F.-M. Abel (Vincent & Abel, Emmaüs, Paris, 1932, S. 300-301, siehe hier) schlagen die folgenden Korrekturen vor: von Jerusalem nach Nikopolis – XX Meilen, von Nikopolis nach Lydda – XII Meilen, von Betthar nach Caesarea – XXI Meilen, was eine Summe von 73 Meilen ergibt. Die Distanz von 20 Meilen zwischen Jerusalem und Nikopolis entspricht 160 Stadien (ungefähr 30 km).

Ein Souvenir aus Emmaus von einem byzantinischen Pilger mitgebracht:

eine Plakette aus Erde vom Heiligen Ort,

mit einer Darstellung von der Erscheinung Jesu bei den zwei Jüngern

(gefunden in Samaria, heute in Israel Museum, Jerusalem)

In Emmaus wurde eine wundertätige Quelle verehrt, in der, nach einer Tradition, Jesus, während seines irdischen Lebens sich die Füße gewaschen hat. Diese Quelle wurde auf Befehl Kaiser Julians des Apostaten, dem Christenverfolger, rund um 362 n. Chr. zugeschüttet:

In Nikopolis in Palästina, früher Emmaus benannt, gibt es eine Quelle, die für alle Arten von Krankheiten beiden, Mensch und Tier, Heilung schenkt. Denn man sagt, dass der Herr, unser Gott, Jesus Christus, sich in ihr nach einer Reise seine Füße gewaschen hat. Dieser Mann (der Kaiser Julian) befahl, sie mit Erde zuzudecken.

Heiliger Theophanes der Bekenner, Chronik; 361/362 n. Chr., Text geschrieben im 9. Jh. n. Chr., PG CVIII; 160, unsere Übersetzung, siehe den Originaltext hier.

Kaiser Julian

Diese Quelle wurde später wieder geöffnet, und wir finden Anmerkungen darüber in Berichten von Pilgern durch die Jahrhunderte hindurch:

Da gibt es eine Stadt in Palästina, die jetzt Nikopolis genannt wird, die früher nur ein Dorf war, und welche im göttlichen Buch des Evangeliums unter dem Namen von Emmaus erwähnt ist […] Gerade jenseits der Stadt, wo drei Wege aufeinandertreffen, ist der Ort, wo sich Christus nach seiner Auferstehung von Kleopas und seinem Gefährten verabschiedete, so als würde er in ein anderes Dorf gehen; und da ist ein Heilungsbrunnen, in dem Menschen und andere Lebewesen, die von verschiedenen Krankheiten betroffen sind, ihre Gebrechen wegwaschen; denn es wird gesagt, dass als Christus mit seinen Jüngern von einer Reise zu diesem Brunnen kam, sie ihre Füße darin badeten; und von diesem Zeitpunkt an wurde das Wasser heilend für Beschwerden.

Sozomenos, Kirchengeschichte; Buch 5, Kap. 21, geschrieben 439 n. Chr., PG LXVII, 1280, unsere Übersetzung, siehe den Originaltext hier.

Die ersten christlichen Gottesdienste in Emmaus wurden im Haus des Kleopas gefeiert. Das erfahren wir aus dem Bericht des hl. Hieronymus, der 386 n. Chr. Emmaus-Nikopolis mit der hl. Paula auf seiner Reise von Europa nach Jerusalem besuchte:

Darin begab sie [Paula] sich nach Antipatris, einem halbzerstörten Städtchen, dessen Name sich auf Herodes' Vater zurückführt, hierauf nach Lydda, das jetzt Diospolis heißt. Diese Stadt ist berühmt durch die Auferweckung der Dorkas und des Äneas, sowie durch ihr gesundes Klima. Von hier aus besuchte sie das in der Nähe liegende Arimathia, die Heimat des Joseph, der den Herrn begraben hat, und die einstige Priesterstadt Nob, welche jetzt als Ruhestätte für Erschlagene dient. Auch in der Hafenstadt Joppe verweilte sie, von der aus Jonas seine Flucht unternommen hatte, der gegenüber Andromeda an den Felsen gefesselt war, um denn zur Abwechslung etwas aus den Sagen der Dichter zu erwähnen. Auf der Weiterreise berührte sie Nikopolis, das alte Emmaus, wo der Herr durch die Brotbrechung, an der man ihn erkannte, das Haus des Kleophas zu einem Gotteshause geweiht hat. Von hier aus machte sie sich auf nach dem unteren und oberen Bet-Choron, welche beiden Städte mannigfachen Kriegsstürmen zum Opfer fielen, obwohl sie von Salomon befestigt worden waren . Rechts sah sie Ajalon und Gabaon liegen, wo Josue, Naves' Sohn, als er mit fünf Königen in eine Schlacht verwickelt war, der Sonne und dem Monde Halt geboten.

Hl. Hieronymus, Brief 108 an Eustochium, 8, der Text von 404 n. Chr., (Übersetzung: Das Leben der hl. Witwe Paula, Einsiedlerin zu Bethlehem (Epistula 108) in: Des heiligen Kirchenvaters Eusebius Hieronymus ausgewählte Schriften , übers. von Ludwig Schade. Kempten, München, 1914, S. 104-106), siehe den Originaltext hier.

Das Zeugnis des heiligen Hieronymus bestätigt wiederum die Information über die Lage von Emmaus: zwischen Lydda (heutzutage Lod) und Bet-Choron, etwa 30 km weg von Jerusalem.

Das Haus des Kleopas, das in Emmaus verehrt wurde, wurde auch als der Ort seines Martyriums betrachtet.

Von Jerusalem ist es neun Meilen nach Schilo [Kirjat Jearim], wo die Bundeslade des Herrn war. Von Schilo nach Emmaus, welches jetzt Nikopolis genannt wird, sind es neun Meilen. In diesem Emmaus‚ „erkannte der heilige Kleopas den Herrn am Brechen des Brotes“, und hier erlitt er auch das Martyrium. Von Emmaus nach Diospolis sind es zwölf Meilen …

Theodosius, De situ Terrae Sanctae, 139, geschrieben ca. 539 n. Chr., unsere Übersetzung, siehe den Originaltext hier: Theodosius, De situ Terrae Sanctae im ächten text und der breviarius de Hierosolyma vervollstandigt, J. Gildemeister, Hrsg., Bonn, 1882, S. 18.

Eine ähnliche Nachricht erhalten wir von Ado, Erzbischof von Vienne in Lothringen, der im 9. Jh. ein Martyrologium, gegründet auf antike Überlieferungen, zusammengetragen hat, und der das Gedenken des heiligen Kleopas auf den 25. September legt:

Der 25. September der Geburtstag [der Gedenktag des Martyriums] von Kleopas, einem der 70 Jünger Christi. Der Herr erschien ihm nach seiner Auferstehung, als er mit einem anderen Jünger zu dem Dorf Emmaus wanderte, welches heutzutage Nikopolis genannt wird. Nach der Überlieferung wurde Kleopas in derselben Stadt und in demselben Haus, in dem er den Herrn als einen Pilger an seinem Tisch empfangen hatte, von den Juden getötet und das für das Bekenntnis zu Ihm, den er am Brotbrechen erkannt hatte. Hier ist er auch in glorreichem Andenken begraben.

PL CXXIII, 193, unsere Übersetzung, siehe den Originaltext hier.

Der heilige Kleopas wird auch als Märtyrer in der Liste der 70 Jünger Christi von Jakob Bar-Salibi angeführt, die von Michael dem Syrer überliefert wird:

Kleopas predigte in Lydda und wurde getötet.

Michael der Syrer, Chronik, Buch 5, Anhang, geschrieben 1195 n. Chr.; unsere Übersetzung aus Französisch:

Chronique de Michel le Syrien, J.-B. Chabot, Übersetzer., Paris, 1899, Bd. 1, S. 150.

Die Reliquien des heiligen Kleopas wurden vielleicht einige Zeit lang in Emmaus aufbewahrt. Ca. 570 n. Chr. berichtet der anonyme Pilger von Piacenza von ihrem Aufbewahrungsort am Ölberg. Die Reliquien waren wahrscheinlich hierher übertragen worden, um ihren Schutz während der samaritanischen Revolte von 529 (siehe unten) zu garantieren.

Beginnend mit dem 4. Jh. beobachten wir im Heiligen Land die Entwicklung des Monastizismus. Das Gebiet von Emmaus bildete keine Ausnahme. Ein berühmter Mönch namens Abba Gelasios lebte hier zu Beginn der Mitte des 5. Jh.:

Dem Altvater Gelasios wurde einmal von einem gewissen Greis, der Mönch war wie er und seinen Sitz bei Nikopolis hatte, ein Kellion mit dem herumliegenden Land vererbt. Ein Pächter des Bakatos, damals Statthalter im palästinensischen Nikopolis, kam zu diesem Bakatos, und weil er ein Verwandter des Toten war, verlangte er, das Land zu erhalten, weil es angeblich nach den Gesetzen an ihn kommen müsse. Bakatos aber, der ein unternehmender Mann war, versuchte, dem Altvater Gelasios das Land abzunehmen. Der Altvater Gelasios aber, der nicht wollte, daß eine Mönchszelle einem Weltmann ausgeliefert werde, gab nicht nach. Nun beobachtete der genannte Bakatos, wie die Zugtiere des Altvaters die Ölbäume aus dem ihm vererbten Gut wegbrachten. Mit Gewalt trieb er sie weg und verbrachte die Olbäume in sein eigenes Haus, und nur ungern und unter Misshandlungen gab er die Tiere nebst den Führern frei. Der selige Greis erhob keinen Anspruch auf den Ertrag, aber die Herrschaft über das Land gab er aus dem angegebenen Grunde nicht auf. Da entbrannte Bakatos in Zorn gegen ihn, und da ihn auch andere Angelegenheiten bestimmten, denn er war streitsüchtig, eilte er nach Konstantinopel, wobei er den Weg zu Fuß machte. Er kam in die Gegend von Antiochien, wo damals der heilige Symeon als großes Licht erstrahlte. Da er seine Geschichte hörte - Symeon war über Menschenmaß hinaus - wollte er als Christ den Heiligen sehen. Der heilige Symeon sah ihn von seiner Säule herab, und als Bakatos eilig in das Kloster trat, fragte er ihn: „Woher kommst du, und wohin gehst du?“ Bakatos antwortete: „Ich hin aus Palästina und bin auf dem Wege nach Konstantinopel.“ Und dieser zu ihm: „Warum?“ Bakatos antwortete: „In vielen Angelegenheiten, und ich hoffe durch das Gebet deiner Heiligkeit zurückzukommen und die Fußspuren deiner Heiligkeit zu küssen.“ Da sagte zu ihm der heilige Symeon: „Du heilloser Mensch, du willst nicht eingestehen, dass du gegen einen Mann Gottes vorgehst. Aber es wird keine gute Fahrt werden, und du wirst dein Haus nicht mehr sehen. Wenn du meinem Rat folgst, dann kehrst du auf der Stelle um und eilst zu dem Manne Gottes und bekennst ihm, falls du noch lebend an diesen Ort kommst.“ Sofort wurde Bakatos vom Fieber ergriffen, er musste von seinen Begleitern auf einer Sänfte getragen werden, und gemäß dem Worte des heiligen Symeon beeilte er sich, an den Ort zu kommen und das Bekenntnis vor Gelasios abzulegen. Aber kaum war er in Berytos angekommen, da starb er und durfte nicht mehr sein Haus sehen, nach der Weissagung des Heiligen. Das hat sein Sohn, der ebenfalls Bakatos hieß, nach dem Tod seines Vaters vielen glaubwürdigen Männern erzählt.

Weisung der Väter. Apophthegmata Patrum, übersetzt v. Bonifaz Miller, Lambertus-Verlag, Freiburg im Breisgau, 1965, S. 71-72, der Text wurde im 5. Jh. geschrieben, Ereignisse von ca. 450 n. Chr.m , siehe den Originaltext hier.

Im Jahre 508 gründete der heilige Sabas, einer der Väter der monastischen Bewegung im Heiligen Land, ein Kloster in Nikopolis:

Als er zu seiner eigenen Laura zurückkehrte, fand der geheiligte Sabas, dass die vierzig oben Erwähnten, jene die dazu geneigt waren, sich am Bösen zu beteiligen, andere dazu angestiftet hatten und nun sechzig geworden waren. Darüber bekümmert, weinte er ausgiebig über den Schaden, der seiner Gemeinschaft zugefügt worden war, und war darüber erstaunt, wie neidisch und bereit die Bosheit darin ist, die Laxen mühelos an sich zu ziehen. Zuerst stellte er ihrem Jähzorn Geduld gegenüber und Liebe ihrem Hass und kontrollierte seine Sprache mit geistlichem Verständnis und Lauterkeit. In der Folge jedoch, als er sie in ihrer Bosheit kühn werden und die Zuflucht zur Schamlosigkeit nehmen sah, dass sie es nicht aushielten, den demütigen Weg Christi zu gehen, aber Ausreden für ihre Sünden vorgaben und Gründe erfanden, um ihre Leidenschaften zu rechtfertigen, ließ er dem göttlichen Zorn Raum und zog sich in die Gegend von Nikopolis zurück, wo er viele Tage lang einsam unter einem einzelnen Johannisbrotbaum weilte und von Johannesbrot lebte. Als der Gerichtsvollzieher des Ortes dies erfuhr, kam er, um (Sabas) zu sehen, und baute ihm eine Zelle an dieser selben Stelle. Diese Zelle wurde durch die Hilfe und das Wohlgefallen Christi innerhalb kurzer Zeit zu einem Zönobium.

Kyrillos von Skythopolis, Das Leben des hl. Sabas, Kap. 35, Text von ca. 558 n. Chr.; unsere Übersetzung, siehe den Originaltext hier: Kyrillos von Skythopolis, Eduard Schwartz, Hrsg., Leipzig, 1939, S. 120-121

Hl. Sabas

Im Jahre 529 n. Chr. begann eine breite samaritanische Revolte in Palästina. Von Byzanz geplagt, waren die Samaritaner gegen die Christen aufgebracht und zerstörten viele Kirchen im Heiligen Land. Wir haben keine direkten Beweise über die Ereignisse, die während dieses Aufstandes in Emmaus geschahen, aber nach den archäologischen Daten wurde der Kirchenkomplex, der hier im 4.-5. Jh. n. Chr. gebaut worden war, während des 6. Jh. n. Chr. wiederaufgebaut. Der Grund dafür könnte seine Zerstörung 529 durch die Samaritaner gewesen sein.

Die folgenden Texte erbringen den Beweis für die samaritanische Präsenz in Emmaus während der byzantinischen Epoche:

Rabbi Acha ging nach Emmaus (מאוס) und aß ihre [der Samaritaner] Mehlspeise.

Jerusalemer Talmud, Traktat Avoda sara, 5,4, Ereignisse des 4. Jh. n. Chr., Übersetzung: Strack & Billerbeck, Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud & Midrasch, München, 1924, 1989, Bd. II, S. 270, siehe den Originaltext hier.


Derselbe Freund Christi erzählte uns von einem Räuber, der Kyriakos genannt wurde, dessen Diebstähle in der Gegend von Emmaus, auch bekannt als Nikopolis, verübt wurden. Er wurde so grausam und unmenschlich, dass man ihn den „Wolf“ nannte. Mit ihm waren andere Räuber; nicht nur Christen, aber auch Juden und auch Samaritaner. Eines Tages - es war in der Karwoche – kamen Leute von einem Anwesen in der Gegend von Nikopolis hinauf in die Heilige Stadt, um ihre Kinder taufen zu lassen. Als die Kinder getauft waren, kehrten sie zu ihrem eigenen Anwesen zurück, um dort den Ostertag zu feiern. Aber auf ihrem Weg wurden sie von den Räubern gestellt, (der Hauptmann war nicht dabei). Die Männer entflohen. Indem sie die neugetauften Kinder beiseite stießen, ergriffen die Juden und Samaritaner die Frauen und nahmen sie in ihre Gewalt. Auf ihrer Flucht rannten die Männer in den Räuberhauptmann, der sie fragte: ‘Warum rennt ihr weg?‘ Sie erzählten ihm, was ihnen geschehen war. Er nahm sie mit sich und machte sich auf die Suche nach seinen Gefährten; er fand die Kinder am Boden liegend. Als er herausfand, wer dieses Gräuel begangen hatte, köpfte er die Schuldigen. Er ließ die Männer die Kleinen aufheben (die Frauen wollten es nicht tun, wegen ihrer Befleckung durch die Räuber) und dann geleitete er sie alle sicher zu ihrem eigenen Anwesen. Ein wenig später wurde der Räuberhauptmann gefangen genommen. Zehn Jahre lang schmachtete er im Kerker und kein Gewalthaber ließ ihn hinrichten; schließlich wurde er freigelassen. Er sagte immer wieder: „Dank der kleinen Kinder bin ich dem bitteren Tod entkommen. Ich sah sie öfter in meinen Träumen und sie sagten zu mir: „Hab keine Angst; wir setzen uns für deine Verteidigung ein.“ Wir trafen diesen Mann, ich und Abba Johannes, der Priester der Laura der Eunuchen. Er hat uns all das erzählt – und wir priesen Gott.

Johannes Moschos, Die geistliche Wiese, 165, Text von 619 n. Chr., Ereignisse vom Ende des 6. Jahrhunderts; PG LXXXVII, 3032,

unsere Übersetzung, siehe den Originaltext hier.

Mosaike aus der samaritanischen Synagoge von Schaalbim in der Nähe von Emmaus (Israelische Altertumsbehörde)

Ein paar Kilometer nordwestlich von Emmaus, im Dorf Schaalbim, wurden die Ruinen einer samaritanischen Synagoge entdeckt. (siehe: E. L. Sukenik, The Samaritan Synagogue at Salbit – Louis M. Rabinowitz Fund Bulletin I, 1949, S. 25-30; R. Reich,The Plan of the Samaritan Synagogue at Sha'alvim, IEJ, Bd. 44, 1994, S. 228-233).

Mehrere in Stein gehauene Inschriften, die in der Nachbarschaft gefunden wurden, bezeugen auch die Gegenwart von Samaritanern in Emmaus.

Eine von ihnen, die in das Kapitell einer ionischen Säule eingraviert ist, wurde in den Ruinen der südlichen byzantinischen Basilika gefunden. Die Inschrift, die auf einer Seite in griechischen Großbuchstaben geschrieben steht, liest sich so: „Eis ho theos“, was, „Ein Gott“ heißt, während auf der anderen Seite eine samaritanische Inschrift auf Hebräisch geschrieben steht, die sich folgendermaßen liest: „Baruch schemo le-olam“, „Sein Name sei für immer gepriesen“.

Das Vorhandensein eines samaritanischen Kapitells in der christlichen Basilika muss so erklärt werden: nach der Niederwerfung des samaritanischen Aufstandes im 6. Jh. wurden ihre Synagogen auf Befehl des Justinian hin zerstört. Die Synagoge von Emmaus erlitt dasselbe Schicksal und einige ihrer Steine wurden für den Wiederaufbau der christlichen Basilika benutzt.

Das Kapitell befindet sich heute in der Sammlung des Karmelitinnenklosters von Betlehem. Zur Geschichte der Auffindung dieses Steines, siehe: Wiederentdeckung von Emmaus

Um mehr über diese Inschrift zu erfahren, siehe: Clermont-Ganneau, 1er rapport, 3e série, Bd. IX, S. 292 ff, und Bd. XI, S. 251; Pilcher, The Date of the Siloam Inscription, PSBA, 1897, S. 167 ff, siehe hier; Conder & Kitchener, Survey of Western Palestine, Bd. 3, S. 64-65, London. 1883, siehe hier; Vincent & Abel, Emmaüs, Paris, 1932, S. 264-266, Tafel XXV, siehe hier; Sukenik, PEF Quarterly Statement, 1931, S. 22, Fußnote 2, siehe hier; CIIP, Bd. IV, Teil 1, Berlin/Boston, 2018, S. 452-453, siehe hier.

In der Gegend von Emmaus wurden zwei weitere samaritanische Inschriften gefunden: sie sind in Stein gehauen und enthalten Zitate aus dem Pentateuch: Genesis 24, 31; Exodus 12, 23; 15, 3, 13; Deuteronomium 33, 26 (Die Sammlung der Väter von Betharram, Betlehem) Siehe über diese Inschriften, Lagrange, La Terre Sainte; 15. 11. 1890 und 15. 3. 1891; Lagrange, Inscription samaritaine d’Amwas, RB 1893, S. 115 und folgende (siehe hier), M. De Vogüe, Nouvelle inscription samaritaine d’Amwas, RB 1896, S. 433 und folgende (siehe hier), J.-B. Frey, Corpus Inscriptionum Judaicarum, Bd.. II, Roma, 1952, Nr. 1187-1188 (siehe hier), CIIP, Bd. IV, Teil 1, Berlin/Boston, 2018, S. 453-456, (siehe hier). Siehe auch: Wiederentdeckung von Emmaus.

ופסח ה' על הפתח ולא יתן המשחית לבא

Der Herr wird an der Tür vorübergehen und dem Vernichter nicht erlauben, (in eure Häuser) einzudringen (Exd. 12, 23).

יהוה גיבור במלחמה יהוה\ שמו יהוה נחיתו\ בא ברוך יהוה\ אין כאל ישורון

Der Herr ist ein Krieger, / Der Herr ist sein Name (Exd. 15,3).

Der Herr, Du führst ihn (Exd. 15, 13a)

Komm, du Gesegneter des Herrn! (Gen. 24, 31a)

Keiner ist wie der Gott Jeschuruns (Dtn. 33, 26)

Vom archäologischen Gesichtspunkt aus wird die byzantinische Epoche von Emmaus durch die Ruinen der beiden Basiliken verkörpert. Eine detaillierte Analyse archäologischer Funde in Emmaus kann in folgenden Quellen gefunden werden: Charles Clermont-Ganneau, Archaeological Researches in Palestine during years 1873-74, Bd. 1, S. 483-493, London 1899; L.-H. Vincent & F.-M. Abel, Emmaüs, S. 19-274; Dictionnaire d'archéologie chrétienne et de liturgie, Bd. 12, Artikel Nicopolis, Paris, 1935; The New Encyclopaedia of Archaeological Excavations in the Holy Land, E. Stern ed., Jerusalem, 1993, article Emmaus, Bd. 2, S. 385-389; V. Michel, Le complexe ecclésiastique d'Emmaüs-Nicopolis, Paris, Sorbonne, 1996-1997 (Master-Thesis); K.-H. Fleckenstein, M. Louhivuori, R. Riesner, Emmaus in Judäa, Basel, 2003, S. 212-310; K.-H. & Louisa Fleckenstein, Emmaus-Nicopolis Ausgrabungen 2001-2005, Novum publishing, 2010. Siehe auch: Wiederentdeckung von Emmaus.

Die östliche Wand der südlichen Basilika mit ihren drei Apsiden wurde fast vollständig intakt gefunden. Beide Basiliken, die auf das 6-7. Jh. zurückgehen, wurden auf dem Standort eines älteren Kirchenkomplexes (5 Jh. n. Chr.) gebaut. Der nördliche Teil enthielt, was wahrscheinlich das Haus des Kleopas war, während der südliche Teil wahrscheinlich den wundertätigen Wasserbrunnen enthielt, der oben erwähnt wurde. Innerhalb der südlichen Basilika wurden mehrere Steine, die in einem Halbkreis angeordnet waren, gefunden, die wahrscheinlich als Grund für die Apsis des ältesten Kirchengebäudes (3 Jh. n. Chr.?) gedient hatten, wie auch kleine Becken für das Baden der Pilger im wundertätigen Brunnen. (siehe: K.-H. Fleckenstein, M. Louhivuori, R. Riesner, Emmaus in Judäa, Basel, 2003, S. 258-259, 263-266, siehe hier).

Plan der archäologischen Stätte von Emmaus:

1-Spätrömisches Mosaik

2-Spätrömische Gräber

3-Apsis des ältesten Kirchengebäudes (3. Jh. n. Chr.) (?)

4-Spätrömische & byzantinische Badebecken

5-Drei Apsiden der südlichen byzantinischen Basilika (6.-7. Jh. n. Chr.)

6-Nördliche byzantinische Basilika (5-7. Jh. n. Chr.)

7-Baptisterium (Ende 5. - Anfang 6. Jh. n. Chr.)

8-Mit dem Baptisterium verbundene Wasserzisterne.

9-Byzantinische Mosaike (5.-6. Jh. n. Chr.)

10-Byzantinische Nebengebäude

11- Fundort des byzantinischen „Nilus-Mosaiks“

12- Byzantinischer Steinbruch

13-Kreuzfahrerkirche (12. Jh.)

Rekonstruktion des byzantinischen Kirchenkomplexes © Architekt Aaro Söderlund

Das byzantinische Baptisterium in Emmaus

In der nördlichen Basilika ist das Baptisterium mit dem Wasserreservoir gut erhalten. Es ist ein kreuzförmiges Taufbecken aus dem späten 5. bis frühen 6. Jh., das durch eine Zuleitung mit der Wasserzisterne verbunden ist. Das daran anschließende kleine Becken wurde für das Taufen der Kinder benutzt. Das Taufbecken hatte ursprünglich einen 70 cm hohen Rand und war 125 cm tief. (M. Ben-Pechat, The Paleochristian Baptismal Fonts in the Holy Land, Studium Biblicum Franciscorum, Liber Annuus, 1989, S. 165 ff., siehe hier). Das Taufbecken wurde im Zuge der Ausgrabungen in den 80er Jahren des 19. Jh. entdeckt. Der obere Teil des Taufbeckens, wie auch die Überreste der dahinterliegenden Apsis wurden im Laufe des Ersten Weltkriegs von türkischen Soldaten zerstört. (Siehe: Wiederentdeckung von Emmaus für die Geschichte der Entdeckung des Baptisteriums.)

In beiden Basiliken wurden mehrfarbige Mosaiken mit geometrischen Mustern und Inschriften auf Griechisch gefunden. (CIIP, Bd. IV, Teil 1, Berlin/Boston, 2018, S. 456-464, siehe hier).

Carousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel image
Carousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel image

Im nördlichen Seitenschiff der südlichen Basilika wurde ein "Nilmosaik" entdeckt, welches Vögel, Tiere und Blumen darstellt. (B. Bagatti, Il musaico degli animali ad ‘Amwas (Palestina), RAC, 1959, S. 71ff, siehe hier; CIIP, Bd. IV, Teil 1, Berlin/Boston, 2018, S. 459-461, siehe hier ).


In der Sammlung des Klosters von Latrun und auf dem Territorium des nahegelegenen „Kanada“ Parks sind schön gehauene Gesimse und Kapitelle zu sehen, die wahrscheinlich zur südlichen Basilika von Emmaus gehörten.

Carousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel image

Einige Säulenbruchstücken aus weißem Marmor, die aus der nördlichen Basilika stammen, wurden vor Ort gefunden : zwei große Bruchstücke von Säulenschäften sowie ein ionisches Kapitell und eine Säulenbasis. Das Kapitell trägt auf den beiden Schmalseiten eingravierte griechische Kreuze. (Siehe hier: Vincent & Abel, Emmaüs, Paris, 1932, S. 164-166, 247-248, Abbildungen 74-76)

Ein ähnliches Säulenkapitell befindet sich in der Sammlung der Abtei Latrun. Dieses Säulenkapitell wurde wahrscheinlich von den Mönchen in der Nähe des Dorfes ‘Amwas gefunden (siehe: Vincent & Abel, Emmaüs, Paris, 1932, S. 250).

Laut Clermont-Ganneau wurde im muslimischen Heiligtum Musa Tali’a in der Nähe von Tel Gezer (in dem heutigen „Meginim“-Wald) ein weiteres Säulenkapitell desselben Stils erhalten, siehe: Revue Biblique 1899, S. 115-117, 427, siehe hier; Ch. Clermont-Ganneau, Recueil de l’archéologie orientale, Bd. 3, Paris, 1900, S. 123-126, siehe hier.

Carousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel image

Im Boden und in den Grotten um die Kirchenanlage herum wurden Gegenstände, die auf die byzantinische Epoche zurückgehen, gefunden: Münzen, Keramik und Glas, Öllampen aus Keramik, etc., siehe: Karl-Heinz & Louisa Fleckenstein, Emmaus-Nicopolis Ausgrabungen 2001-2005, Novum publishing, 2010, siehe hier.

Carousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel imageCarousel image

Die Originalinschrift befindet sich im Museum der St.-Anna-Kirche in Jerusalem

Besondere Beachtung verdient eine Marmorplatte, die in einem Feld westlich des Kirchenkomplexes gefunden wurde, und die eine Inschrift auf Griechisch trägt: „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, schön ist die Stadt der Christen“ (siehe: Germer-Durand, Revue Biblique 1894, S. 255, siehe hier; L.-H. Vincent, Inscription grecque chrétienne d'Amwas, RB 1913, S.100-101, siehe hier; CIIP, Bd. IV, Teil 1, Berlin/Boston, 2018, S. 465-466, siehe hier).

Die rekonstruierte Inschrift ist an Ort und Stelle erhalten.

Siehe: Wiederentdeckung von Emmaus für die Geschichte der Entdeckung dieser Inschrift.

Am Ende des 19. Jh. wurde in der Gegend von Jaffa ein Grabstein mit einer hebräischen Inschrift aus byzantinischer Zeit entdeckt: „Der Ruheort von Elasar, dem Sohn des Josua, Frieden von Emmaus, Frieden“. (Jetzt zu finden im archäologischen Museum von Jaffa). Siehe: S. Klein, Inschriftliches aus Jaffa, MGWJ 75, 1931, S. 369-374, J.-B. Frey, Corpus inscriptionum iudaicarum, Roma, 1952, № 897.

Wie viele regionale Zentren im Palästina der byzantinischen Epoche besaß Emmaus-Nikopolis öffentliche Bäder (siehe: Claudine Dauphin, La Palestine byzantine, Band II, BAR Publishing, Oxford 1998, S. 481). Wir haben schon die in der Nähe der Basiliken von Emmaus befindlichen römischen Thermen aus dem 3. Jh. erwähnt, die nach einem Erdbeben im 5.-6. Jh. wiederaufgebaut wurden (siehe: Spätrömische Epoche). In Nikopolis gab es noch mindestens ein weiteres öffentliches Bad, dessen Hypokaustum zu Anfang des 20. Jh. in einem Privatgarten im Nordwesten des Dorfes entdeckt wurde (zur Zeit verloren), siehe: Revue Biblique, 1911, S.159, das Foto dieses Hypokaustums wurde das erste Mal in der Revue Biblique, 1929, auf der S.430 veröffentlicht.

Foto des Hypokaustums in Amwas, "Revue Biblique", 1929, S. 430

Unbekannt ist, was in Nikopolis während der Invasion der Perser nach Palästina 614 n. Chr. geschah. Vielleicht wurde die südliche byzantinische Basilika zu dieser Zeit zerstört. Ein entferntes Echo dieser Ereignisse finden wir im Bericht des Rabbi Isaak Chelo über seinen Besuch in Emmaus 1334:

Da steht ein altes Grabmonument in Emmaus, es heißt, es sei das Grab eines christlichen Herrn, der im Krieg gegen den König von Persien fiel.

Itinéraires de la Terre Sainte, Bruxelles, 1847, E. Carmoly, Hrsg., S. 245, unsere Übersetzung.


Es sollte jedoch beachtet werden, dass einige Forscher diesen Text als Fälschung aus dem 19. Jahrhundert betrachten.

Die byzantinische Epoche in der Geschichte des Heiligen Landes und von Emmaus endet mit der Ankunft der arabischen Eroberer 637 n. Chr..